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Werteversprechen – 6 Hebel für besseren Content

Dein Website-Content muss zwar für deine Zielgruppe relevant sein – doch sollte er auch deine Expertise sowie deine Unternehmenswerte transportieren. Dabei reicht es jedoch nicht, einen starken Slogan zu nutzen. Du musst DICH in deinen gesamten Inhalten widerspiegeln. Wie du das machst? Mit Worten und Designs.

Wenn Menschen an Werteversprechen denken, also die Value Proposition eines Unternehmens, kommen den meisten Slogans wie „L‘Oreal, weil Sie es sich wert sind“ oder „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso“ in den Sinn.

Diese Werbeversprechen sind zwar oft ein erster Touchpoint mit der Marke und ihren Werten, überzeugen muss allerdings die Kontinuität in der Kommunikation. Darum ist es essentiell, dass sich das, wofür du stehst und wer du bist, im gesamten Content widerspiegelt.

Dabei helfen dir bestimmte Wörter, ein determinierter Tone of Voice, Farben und komplette Website-Designs. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Wort-Welten und Farb-Schemen dich UND deine Zielgruppe reflektieren und wie du diese bei der Erstellung deines Contents berücksichtigst.

Limbic® Map – die Worte deiner Zielgruppe

Der deutsche Pädagoge und Autor Wolfgang Lörzer sagte einst: „Wähl‘ deine Worte mit Bedacht: Bedenke stets der Worte Macht!“. Auch bzw. vor allem im Content Marketing ist es deshalb enorm wichtig, Magazin-Artikel, Produktbeschreibungen, CTA-Texte, eBooks und Co. nicht nach Lust und Laune zu schreiben.

Stattdessen solltest du vor der Content Produktion ein Set an Wörtern festlegen, die kontinuierlich von dir und deinem Team eingesetzt werden. Welche Begriffe für deinen Content geeignet sind, richtet sich nach deiner Unternehmensidentität sowie deiner Zielgruppe.

Aber woher weißt du, welche Wörter sich für den Transport der eigenen Werte eignen? Wir haben die Lösung dafür: die Limbic® Map!

Entwickelt wurde dieses Konzept von der Gruppe Nymphenburg. Basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, teilt die Limbic® Map das menschliche Emotionssystem in drei Motivgruppen ein:

  • Balance,
  • Dominanz und
  • Stimulanz.
Quelle: konversionskraft.de

In dieser Map der menschlichen Emotionen lassen sich auch die eigene Zielgruppe und einzelne Buyer Personas einordnen. In einer eigenen Studie hat Konversionskraft den Zusammenhang zwischen Limbic® Typ und bestimmten Wörtern nachweisen können.

Bevor du nun die Limbic® Map für die Festlegung deines Vokabulars heranziehst, musst du im ersten Schritt deine Zielgruppe analysieren und deren Emotionswelten begreifen. Erst dann kannst du dich auf die Suche nach der passenden Sprache begeben.

Beispiele

Nachstehend zeigen wir dir drei Beispiele, die dir veranschaulichen, wie Unternehmen die für die jeweilige Zielgruppe geeigneten Wörter durchgängig in ihre Inhalte integrieren:

1. Freeletics

Eigener Screenshot freeletics.com

Die Wörter „jederzeit, „überall“, „besten“ und „Flexibilität“ suggerieren den Menschen, dass die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens bzw. das Unternehmen selbst diese Werte hochhalten.

Durch den Einsatz weiterer Begriffe wie „einfach“, „effektiv“ und „entdecken“ transportiert das Unternehmen dieses Werteversprechen von der Startseite in sämtliche andere Inhalte, wie hier in einem Blogartikel zu sehen:

Eigener Screenshot von freeletics.com

So ist sichergestellt, dass das gesamte Vokabular im Einklang mit den Fokuswerten steht – Flexibilität, Einfachheit und Effizienz.

2. Baufi24

Auch bei dem Baufinanzierungsunternehmen wird bereits auf der Startseite klar, dass das Unternehmen für sichere Finanzierung, einfache Abläufe und Fürsorge steht.

Eigener Screenshot von baufi24.de

Diese Werte werden hier mit den Begriffen „keine Sorge“, „schnell“, „einfach“ und „Liebsten“ an die Zielgruppe transportiert.

Eigener Screenshot von baufi24.de

Zusätzlich unterstützen Phrasen wie „selbstverständlich unverbindlich“, „kostenfrei“ und „Unsere Spezialisten sind für sie da!“ die oben genannten Unternehmenswerte auch in CTAs.

3. billigweg.de

Das Online-Reiseportal bietet bewusst günstige Reisen an. Das schon im Unternehmensnamen integrierte Wort „billig“ spricht eine preisbewusste und sparsame Zielgruppe an.

Eigener Screenshot von billigweg.de

Begriffe wie „Schnäppchen“, „Sparfuchs“ und „unglaublich günstig“ verstärken das gegebene Werteversprechen.

Eigener Screenshot von billigweg.de

Auch bei der Newsletter-Anmeldung wiederholen sich diese Begriffe in unterschiedlichen Variationen (Reiseschnäppchen, Sonderaktionen, etc.) So stellt das Unternehmen sicher, dass User*innen bei jedem Content Piece den Eindruck haben: „Hier kann ich günstig verreisen und Geld sparen!“

Limbic® Map – die Farben deiner Zielgruppe

Ähnlich wie über die Sprache lassen sich Emotionen auch über das Design ansprechen. Hier kommt die Limbic® Map ebenfalls zum Einsatz. Denn Konversionskraft hat in einer Studie zur Farbpsychologie herausgefunden, dass sich spezifische Farben mit bestimmten emotionalen Motivgruppen verbinden lassen.

Quelle: konversionskraft.de

Viele Unternehmen wählen bewusst gewisse Farben aus, um spezifische Emotionen zu triggern. Im Alltag begegnet uns das allerorts:

Wenn du auf bild.de gehst, ist Rot die dominierende Farbe; sie steht für Abenteuer und Thrill. Diese Richtung spiegelt sich auch in den Headlines wider.

Facebook möchte mit seinem blauen Design Kontrolle suggerieren und sich somit als verlässliche sowie solide Plattform präsentieren.

Starbucks setzt hingegen auf genussvolles Grün und balanciertes Braun und gibt Kund*innen das Gefühl: „Hier kann ich zwischen Geschäftsreisen, Meetings und Co. kurz herunterkommen und entspannen. “

Die Outdoor-Marke steht für Abenteuer und Thrill, was mit dem Dunkelgelb im Logo widergespiegelt wird. Der schwarze Hintergrund im Logo unterstreicht eine Dominanz, welche zusätzlich durch eine Bärenpfote im Logo hervorgehoben wird.

Mercedes gilt als eine dominante Automarke und pendelt sich zwischen Abenteuer und Disziplin ein. Das Silber transportiert den Kontroll-Aspekt und suggeriert: Die Marke ist stark, sicher und verlässlich!

Beispiele

Nachstehend zeigen wir dir drei Beispiele, die veranschaulichen, wie Unternehmen die für die jeweilige Zielgruppe geeigneten Farben durchgängig in ihre Inhalte integrieren:

1. Freeletics

Bei unserem Freeletics-Beispiel siehst du die kontinuierliche Nutzung der Farben Weiß, Blau und Schwarz, welche damit strategisch die Emotionsgruppen Disziplin, Kontrolle und Dominanz ansprechen.

Eigener Screenshot von freeletics.com

2. Baufi24

Bei dem Baufinanzierungsunternehmen Baufi24 spiegeln die Farben Blau, Grün und Weiß die Unternehmenswerte Sicherheit, Einfachheit und Liebe wider.

Eigener Screenshot von baufi24.de

3. Billigweg.de

Das nächste Beispiel zeigt, dass es nicht immer zwingend notwendig ist, sich ästhetisch besonders anspruchsvoll zu positionieren – so etwa im Fall des Reiseanbieters billigweg.de. Dieser bietet Reisen im Low-Budget Bereich an.

Eigener Screenshot von billigweg.de

Im Vordergrund sollte immer die Authentizität einer Marke stehen. Wenn ein Unternehmen das Wort „billig“ im Namen trägt, dann sollte auch das Design auf das Image abgestimmt sein.

Wenn billigweg.de hier ein exklusives, reduziertes und elegantes Design nutzen würde, bestünde eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Versprechen und den Aufträgen. Folglich wären preissensible Besucher skeptisch und würden möglicherweise abspringen.

EXKURS: So findest du dein Farbschema

Damit du das passende Farbschema für dich findest, kannst du folgendermaßen vorgehen:

Überlege zuerst, welche Werte dich ausmachen und wie du von der Zielgruppe wahrgenommen werden möchtest. Analysiere anschließend deine Zielgruppe, deren Wünsche, Bedürfnisse und Charaktere. Nun kannst du in der Limbic Map® prüfen, welche Farben dich und deine Zielgruppe widerspiegeln.

Versuche im nächsten Schritt, drei Farben auszuwählen: eine Grundfarbe, ein bis drei Akzentfarben und ein bis zwei Hintergrundfarben.

Die Grundfarbe spiegelt dich, deine Marke sowie die Zielgruppe am stärksten wider und dominiert auf der Website. Die Akzentfarbe nutzt du als Ergänzung zur Grundfarbe für kleinere Bereiche und Akzente auf der Website. Achte hier darauf, dass die beiden Farben zusammen harmonieren müssen.

Zu guter Letzt solltest du eine dezente Hintergrundfarbe auswählen. Diese setzt du überall dort ein, wo deine Website neutral erscheinen soll.

Fazit

Damit deine Website-Besucher*innen ein Gefühl von „belonging“ verspüren, also einer Zugehörigkeit, solltest du die Begriffe sowie Farben deiner Zielgruppe kennen und in deinen gesamten Website-Content integrieren.

Zusätzlich kannst du Wort- und Farb-Schemen dazu nutzen, deine Werte, also das „WHY“ deines Unternehmens, zu vermitteln.

Welche Begriffe und Farben zu deinen Werten und deiner Emotionswelt passen, kannst du in der Limbic Map der Gruppe Nymphenburg nachschauen. Wichtig ist vor allem, dass du diese dann kontinuierlich in deinen Content einzubauen.

Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Deine Zielgruppe fühlt sich angesprochen und du zeigst, wer du bist und wofür du stehst.

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Philipp Burgstaller
Philipp ist Junior Marketing Creator und verstärkt das Autoren-Team. Zuvor hat er Marketing und Electronic Business in Österreich studiert und sich schon während des Studiums verstärkt mit Social-Media-Marketing und Content-Management befasst. Bei House of Yas kombiniert er seine Passion fürs Schreiben mit seinem Marketing-Know-How und versorgt so das YasMag mit brandaktuellen Artikeln zum Thema Marketing, Content und Co.
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